Molekularbiologische Fastnacht

AMG absolviert eDNA-Metabarcoding-Laborpraktikum an der Universität Trier

Über die freien Fastnachtstage 2026 haben sich Ranja, Dominique und Veronika, drei engagierte Schülerinnen des 12er Biologie-Leistungskurses bei Herrn Greweldinger, auf den Weg gemacht, um die heimische Ruwer auf das Vorkommen verschiedener Knochenfischarten zu untersuchen. Dabei kam ein modernes molekularbiologisches Verfahren zur Biodiversitätsforschung zum Einsatz, das eDNA-Metabarcoding. Im Verlauf dieses Verfahrens wird nicht-invasiv – lediglich durch die Entnahme von Wasserproben – die darin enthaltene Umwelt-DNA (eDNA) zunächst extrahiert, anschließend durch mehrere Zwischenschritte vervielfältigt (amplifiziert), gereinigt (purifiziert) und abschließend sequenziert.
 
 
So lässt sich die Artenzusammensetzung einer  Wirbeltiergruppe in einem aquatischen Ökosystem erfassen, ohne eines dieser Tiere je gesehen oder gefangen zu haben – ein echter Gewinn für den Naturschutz.
 
Begleitet wurden die Schülerinnen von Herrn Jürgen Kopp, der dieses Projekt als neues Angebot des BioGeoLabs an der Universität Trier entwickelt hat. Damit wird erstmals der gesamte eDNA-Metabarcoding-Workflow eines Forschungslabors – von der Probennahme bis zur Sequenzierung – kosten- und zeitoptimiert in Schülerhand ermöglicht.
 
 
Die im Biologieunterricht meist theoretisch behandelten molekularbiologischen Methoden wurden hier Schritt für Schritt praktisch umgesetzt. Dabei standen unter anderem die Polymerase-Kettenreaktion (PCR) und die Agarose-Gel-Elektrophorese im Mittelpunkt – Verfahren, die den Schülerinnen nach zweieinhalb intensiven Labortagen förmlich „ins Blut übergingen“.
 
 
Auch die in der aktuellen Forschungslandschaft vergleichsweise junge Nanopore-Sequenzierungsmethode kam im Rahmen des Laborpraktikums zum Einsatz. Mit ihrer Hilfe konnten die Basensequenzen der amplifizierten und purifizierten DNA-Fragmente analysiert und der anschließenden bioinformatischen Auswertung zugeführt werden. Das Ergebnis: eine Übersicht über die am Probenentnahmestandort der Ruwer nachweisbare Artenvielfalt der Knochenfische – eine beeindruckende Leistung für ein Schülerprojekt!
 
 
Diese Daten sollen nun im Rahmen einer Facharbeit weiter untersucht und interpretiert werden. Nach dieser „molekularbiologischen Fastnacht“ der besonderen Art – und nach langen, forschungsintensiven Tagen an der Universität Trier – hatten sich die drei Schülerinnen ihre beiden weiteren beweglichen Ferientage redlich verdient.